Ich freue mich, wenn über unsere Arbeit berichtet wird und möchte Ihnen einige Artikel nicht vorenthalten.
An dieser Stelle ein besonderes Dankeschön an die Damen und Herren der Presse.

 

Liebeserklärung an ein altes Haus
oder
was Frank Caspar zur Erhaltungskur bewog

(Text aus dem LewitzKurier aus Banzkow, Seite 3, Nummer 103, November 2001, Helga Dähn)

Bauernhaus in Banzkow wird saniertDem alten Haus an der Dorfstraße sieht man das Alter an. Ca. 200 Jahre haben Generationen unter dem Strohdach gewohnt. Jetzt ist es zerzaust, und die Fassade bröckelt. In den Räumen ist es still geworden. Seit die letzte Bewohnerin verstorben ist, altert das Haus noch schneller. Nur wenn der Rosenstrauch im kleinen Blumengarten blüht oder der Schnee sich im Strohdach festsetzt, ist es noch immer ein beliebtes Fotomotiv. Auch mit der löchrigen Fassade und dem undichten Dach ist es ein Bild dörflicher Idylle, das Geborgenheit und Gemütlichkeit ausstrahlt.Bauernhaus in Banzkow wird saniert
Und doch war der zunehmende Verfall des Bauernhauses nicht zu übersehen. Wie sollte er gestoppt werden? Eine Bauruine im Dorfzentrum störte. Abreißen und neu bauen, hieß es oft im Gespräch, aber das 200-jährige Haus stand unter Denkmalschutz, der es, wie der Name sagt, vor dem Abriss schützte. Dann gab es eines Tages, wie schon oft in der Geschichte des Hauses, einen Besitzerwechsel. Die zuständige Erbengemeinschaft verkaufte es an den Reetdachdecker Frank Casper aus Plate. Das war ein Glücksfall, denn mit dem neuen Besitzer zog wieder Leben in die Gemäuer. Seit Monaten wird hier gebohrt, geklopft und gehämmert. Die Dachdecker, sie kommen alle aus unserem Amtsbereich, wollen die neue Reetmütze noch vor dem Winter fertig haben. Sie arbeiten nach alter Technik mit Nadel, Draht und Klopfwerk – saubere Handwerksarbeit, die von manchem Vorübergehenden bewundert wird. Auch das Fachwerk wird neu ausgefüllt, alte Mauersteine finden dabei wieder Verwendung.
Bauernhaus in Banzkow wird saniert
Bis zum Jahresende, so sagt uns Frank Casper, soll durch Dach, Fassade, Fenster und Türen das Haus vom Äußeren her gesichert und damit vor weiteren Schäden geschützt werden. Dann bleibt noch viel zu tun, um das Innere wieder herzurichten. So, wie es einmal war, sollen wieder zwei Mietwohnungen entstehen. Und auch sonst soll nichts groß verändert werden. Viel Arbeit und auch finanzielle Mittel sind nötig, um das begonnene Werk zu vollenden.
Bauernhaus in Banzkow wird saniertWas reizte den neuen Besitzer daran, sich diesem Zwang auszusetzen?
Frank Caspers Antwort kam, ohne zu zögern. „Für das Haus tue ich es. So ein Haus kann m an nicht einfach abreißen. Es ist ein schönes altes Bauernhaus. Gehört zum Dorf, passt ins Dorfensemble und ist ein Stück unserer mecklenburgischen Geschichte.“

Bauernhaus in Banzkow wird saniertMan merkt es dem Bauherren an, dass er von solch einem Projekt besessen ist. Gewiss war es auch diese Liebe zu alten Bauernhäusern, die den gelernten Elektriker mach der Wende dazu brachte, zum Reetdachdecker umzuschulen und fortan vielen alten Häusern aufs Dach zu steigen. Er wiederholte noch einmal: „Mir ging es um das Haus. Geld ist damit nicht zu verdienen.“ Vom Denkmalschutz fließen zwar Fördermittel, aber die Möglichkeiten sind wie überall beschränkt. Der Einsatz für die Dorferneuerung wird in diesem Fall nicht, das immer nur einmal belohnt. Frank Casper hat diese Mittel schon beim Bau seines Bauernhauses in Plate ausgeschöpft. Was nicht ganz einleuchtet, denn neue Initiativen müssen doch auch neu gefördert und unterstützt werden.

Bauernhaus in Banzkow wird saniert

Die Arbeit drängt. Auch Frank Casper lässt sich durch unser Gespräch nicht lange davon abhalten, aber er gibt zu, dass es ihn freut, wenn seine Arbeit auch in der Gemeinde Interesse und Anerkennung findet.

Bauernhaus in Banzkow wird saniert